Wissen & Ratgeber

Samenspende und Geld

Letzte Aktualisierung: 1. Oktober 2026

Alles, was du über private Samenspende, Co-Elternschaft und die rechtliche Lage in Deutschland, Österreich und der Schweiz wissen solltest.

🪙Kapitel 3 von 10

Illustration: eine ausgeglichene Waage mit einem Münzstapel und einem Herz, daneben ein Storch

Kurz gesagt: Eine Samenbank zahlt Spendern eine Aufwandsentschädigung, in Deutschland je nach Samenbank etwa 80 bis 130 Euro pro geeigneter Spende. Bei einer privaten Samenspende gibt es dagegen keinen Preis und kein Honorar – und in Österreich und der Schweiz ist Geld für den Samen ausdrücklich unzulässig.

Was zahlen Samenbanken in Deutschland?

Die Beträge legen die Samenbanken selbst fest. Zwei Beispiele, wie sie die Banken auf ihren Websites angeben (Stand Oktober 2026):

SamenbankPro SpendePro Zyklus
Erlanger Samenbank100 € für die Probespende, danach 130 € je geeigneter Probe780 € bei sechs Abgaben
Cryobank München80 € je Spende: 30 € sofort, 50 € nach Freigabe der Probenetwa 800–1.000 € bei 10–13 Spenden

Reich wird damit niemand. Die Auswahl ist streng – bei der Erlanger Samenbank eignet sich nach eigener Angabe nur einer von sieben Bewerbern –, und die Proben werden erst freigegeben, wenn ein letzter Bluttest Monate nach der letzten Spende unauffällig ist. Die Samenbanken sprechen deshalb bewusst von einer Entschädigung für Zeit und Aufwand, nicht von einem Honorar.

Wer über eine Samenbank in Deutschland spendet, wird im Samenspenderregister erfasst. Wird der Samen ärztlich in einer Kinderwunscheinrichtung verwendet, kann der Spender nicht als rechtlicher Vater festgestellt werden (§ 1600d Abs. 4 BGB, für Behandlungen seit Juli 2018) – Unterhalts- und Erbansprüche gegen ihn entstehen damit nicht.

Und bei privater Samenspende?

Hier gibt es weder einen Markt noch einen üblichen Preis. Üblich ist höchstens, dass die Empfängerseite konkrete Auslagen erstattet: Gesundheitstests, Fahrtkosten, Material. Was das ungefähr kostet und wer üblicherweise was trägt, steht im Kapitel Kosten und wer sie trägt.

Verlangt jemand Geld für die Spende selbst, ist das ein Warnzeichen – mehr dazu unter Den richtigen Spender auswählen. Und für Spender gilt: Anders als bei der Samenbank kann ein privater Spender als Vater festgestellt werden und dann über viele Jahre Unterhalt schulden. Das übersteigt jede Zahlung bei Weitem. Details im Kapitel Gesetzgebung in DE, AT & CH.

Was gilt in Österreich und der Schweiz?

  • Österreich: Samen für eine medizinisch unterstützte Fortpflanzung darf nicht Gegenstand eines entgeltlichen Rechtsgeschäfts sein. Eine Aufwandsentschädigung ist nur bis zur Höhe der nachgewiesenen Barauslagen im Zusammenhang mit der medizinischen Behandlung erlaubt (§ 16 Abs. 1 Fortpflanzungsmedizingesetz). Ein Verstoß ist eine Verwaltungsübertretung.
  • Schweiz: „Die Samenspende als solche ist unentgeltlich“ (Art. 21 Fortpflanzungsmedizingesetz). Die Samenzellen eines Spenders dürfen zudem für höchstens acht Kinder verwendet werden (Art. 22).
Kann man mit Samenspenden Geld verdienen?

Nicht nennenswert. Samenbanken zahlen eine Aufwandsentschädigung, nehmen nur einen kleinen Teil der Bewerber an und begrenzen die Zahl der Spenden. Bei privater Spende ist Geld für den Samen unüblich, in Österreich und der Schweiz unzulässig.

Was bekommt ein privater Samenspender?

In aller Regel nur den Ersatz tatsächlicher Kosten, etwa für Tests und Anfahrt. Haltet solche Erstattungen schriftlich und nachvollziehbar fest.

Zahlt die Krankenkasse etwas?

Für die Untersuchungen bei einer privaten Spende in der Regel nicht, weil keine medizinische Indikation vorliegt. Siehe Kosten und wer sie trägt.

Beträge laut den Websites der genannten Samenbanken, Stand Oktober 2026; sie können sich ändern. Diese Übersicht ersetzt keine rechtliche Beratung.

Kennst du jemanden, den das weiterbringt?

Viele suchen lange, bevor sie erfahren, dass es so etwas überhaupt gibt. Ein Link genügt — du gibst dabei nichts über dich preis.